Tulpen

Die Tulpe – aus der Gattung der Lilliengewächse mit Zahlreichen Hybriden

Makroaufnahme Tulpe
Makroaufnahme Tulpe

Die Tulpe kommt aus der Familie der Liliengewächse und beinhaltet ca. 150 Arten und zahlreichen Hybriden. Sie sind ausdauernd und erreichen je nach Art eine Pflanzenhöhe von 10 – 70 cm. Tulpen bilden als Überdauerungsorgan Zwiebeln, welche oft Stolonen bilden, die der vegetativen (ungeschlechtlichen) Vermehrung und Ausbreitung der Pflanze dienen. Dabei ist die äußere Haut der Zwiebel meist innen behaart.

Der Stängel ist meist unverzweigt und befindet sich mit dem unteren Teil im Boden. Die Blätter (6-12) wachsen meist vom Boden aus und sind einfach und breitlinealisch bis eiförmig, der Rand der Blätter ist glatt.

Die Blüten der Tulpe stehen in der Regel am Ende des Stängels und einzeln, wobei sie zwittrig, dreizählig und glocken- napfförmig sind. Die Blüte besteht aus zwei Kreisen mit je drei freien Staubblättern mit manchmal behaarten Staubfäden. Die Fruchtblätter beherbergen viele Samenlagen und sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen.

Gelegentlich sieht man gestreifte oder gefleckte Blätter, die meist auf den Mosaik-Virus zurück gehen, jedoch gibt es auch Sorten, wie z.B. Insulinde, bei denen gestreifte Blüten nicht auf die Infektion zurückzuführen sind.

Ursprung der Tulpe

Die Heimat der Tulpen reicht von Nordafrika über Europa bis Mittel- und Zentralasien, hauptsächlich der südöstliche Mittelmeerraum, Türkei, Afghanistan, Turkestan (Kaukasus).
Die ursprüngliche  Wildtulpe wurde zu einer Gartentulpe herangezüchtet. Über die letzen 400 Jahre sind mehrere Tausend verschiedene Züchtungen entstanden.

Die Wachsbedingungen für Tulpen sind ideal für Europäische Bedingungen:

  • im Frühjahr Feuchtigkeit
  • im Sommer heiße, trockene Lagen auf nährstoffreichen Böden mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7,0 , kühle Nächte
  • kalter Winter zum Gedeihen.

Besonders in den Niederlanden werden weltweit die meisten Tulpenproduziert, in Deutschland wachsen sie hauptsächlich in der Region am Niederrhein, insbesondere im Kreis Neuss

Geschichte

Über Jahrhunderte wurde im Mittleren Orient die Tulpe von den Wildarten hinzu der Gartentulpe kultiviert. Die Perser übernahmen dann von den Türken die Tulpen-Kultivierung. Von dort kamen sie dann Mitte des 16.Jahrhundert nach Mittel- und Westeuropa.

Der Name Tulpe kommt hierbei von dem türkischen Tulipan (Tülband = Turbanband) und beruht wahrscheinlich auf einem sprachlichen Missverständnis.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde Holland zu einem Zentrum der Zwiebelpflanzen-, besonders der Tulpen-Zucht. Es entstand eine Vielzahl von Sorten, darunter auch solche mit gefüllten Blüten oder mit farbig geflammten Blüten, was durch eine Viruserkrankung bedingt war.

Nachdem die Tulpe einen regelrechten Boom erlitt und zu einem  Spekulationsobjekt wurde, entstand die sogenannte Tulpenmanie. Diese endete schlagartig, als 1937 ein Börsencrash den Handelswert  normalisierte. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Tulpe von einer Adelsblume zu einer weit verbreiteten Zierpflanze.

Die Niederländer entwickelten Ende des 19. Jahrhundert die gezielte Züchtung von neuen Sorten, aus denen dann die hochwüchsigen, spätblühenden Darwin-Tulpen entstanden. Heute stellt den Hauptanteil die Sortengruppe der Triumph-Tulpen, die durch Kreuzung früherer kurzstieligen Tulpen mit Darwin- und Breeder-Tulpen entstand.